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Gesundheitsprobleme von Frauen

Wir haben mit der Gynäkologin Frau Dr. Weber aus Wetzlar über die Gesundheitsprobleme von Frauen gesprochen. Wir waren daran interessiert, was bei einigen Frauen zu außergewöhnlichen Infektionen führt und das bei manchen mehrmals im Jahr, und ob sich die Situation im gynäkologischen Sprechzimmer im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie geändert hat, und was er/sie von wiederverwendbaren Hygienehilfen hält.

Frau Doktor Weber arbeitet als Gynäkologin mit Schwerpunkt Gynäkologie und Geburtshilfe in Wetzlar in der Praxis Dr. Hormel.

 

Frau Doktor Weber, wie handhaben es die deutschen Frauen mit der Intimpflege? Passen sie auf sich auf, wie sie sollten? Achten sie auf einen regelmäßigen Arztbesuch (Untersuchungen)?

Meiner Erfahrung nach ist es in allen Altersklassen so, egal ob wir über junge oder alte Frauen, oder Frauen mittleren Alters sprechen, das wirklich die meisten Frauen gut auf sich aufpassen. Die meisten kommen einmal im Jahr zu uns, es gibt auch Frauen, die zweimal im Jahr zu uns kommen, so gerade in den ersten Jahren, so bis zum zwanzigsten Lebensjahr, bitten wir die jungen Mädels zweimal im Jahr zu kommen, weil einfach alles noch neu ist. Es treten auch eher mal Fragen zu Verhütungsmethoden auf. Einfach damit man die jungen Frauen etwas enger an die Praxis bindet, machen wir das gerne zweimal im Jahr. Und das nehmen diese eigentlich auch regelmäßig wahr. Es gibt natürlich immer mal Ausreißer, Frauen die nicht so regelmäßig kommen, aber das, finde ich meiner Erfahrung nach, ist eher eine Seltenheit.

 

Haben Sie im letzten Jahr eine Veränderung in Bezug auf die Covid-19-Pandemie beobachtet? Zum Beispiel, ob Patientinnen einen Arztbesuch verschoben haben, ihre Probleme häufiger telefonisch klären wollten, oder bei Problemen in die Apotheke anstatt in die Praxis gegangen sind, um ein frei verfügbares Produkt zu kaufen, oder es online bestellt haben…

Also, ich muss ehrlicherweise gestehen, die Anfänge der Pandemie, so in den ersten drei Wochen, da war es schon so, dass die Frauen ihre Termine abgesagt haben. Aber gut, da waren wir gefühlt alle in so einer Schockstarre.  Da war es schon so, dass wir plötzlich gemerkt haben, die Frauen kommen jetzt nicht mehr so häufig. Aber dann hat sich das sofort wieder gegeben in den nächsten Wochen danach. Sodass wir das in unserer Praxis gar nicht so sagen können. Also bei uns kommen die Frauen regelmäßig, es gibt aber auch immer Frauen, die sagen: Frau Doktor, ich hab mir schon mal in der Apotheke was geholt, und ich hab das probiert und es wird nicht besser. Und jetzt bin ich da. Das gibt es. Im Grunde kann ich, ehrlich gesagt, keine Veränderungen feststellen, dass sie jetzt seltener zu uns kommen. Das hat bei uns nicht nachgelassen. Aber da kann ich nur für unsere Praxis sprechen.

 

Vielen Dank für einen interessanten Blick auf die aktuelle Situation. Wir werden uns nun voll und ganz auf das Thema Vaginalinfektionen und deren Vorbeugung konzentrieren. Ich stelle Ihnen einige wichtige Fragen zu Infektionen und ich habe auch Fragen unserer Kunden vorbereitet, die zu vaginalen Infektionen in Zusammenhang mit dem Einsatz von GYNELLA aufgetreten sind. Frau Doktor, Ihre Patientinnen kommen mit allen möglichen Beschwerden in Ihre Praxis. Wie oft sind Vaginalinfektionen der Grund für ihren Besuch?

Vaginalinfektionen sind unser täglich Brot, wenn man das so salopp formulieren möchte. Wir haben jeden Tag Frauen, die mit Beschwerden im Intimbereich unterschiedlichster Art zu uns kommen. Da gibt es natürlich unterschiedliche Ursachen.

 

Was sind die häufigsten Infektionen? Können Sie unseren Kundinnen sagen, welche Arten von Infektionen existieren und welche ausgeprägten Symptome diese haben? Woran kann eine Frau diese am besten erkennen?

Das häufigste was Frauen so kennen, ist eine Pilzinfektion, die öfter auftritt, mit Juckreiz im Genitalbereich, mit Brennen, mit Rötung, mit Schwellung, mit Veränderung des Ausflusses, auch im Aussehen. Es gibt auch bakterielle Infektionen, die eine Frau haben kann. Bei dieser tritt zum Beispiel übelriechender Geruch auf. Dann zusätzlich manchmal, wenn es sehr ausgeprägt ist, die Frauen sogar kommen und sagen, ich habe nicht nur die Beschwerden im Intimbereich, ich habe auch das Gefühl, dass es so in den Unterbauch reinzieht. Manchmal kommen die Frauen auch und sagen, ich habe begleitend das Gefühl, das in der Blase auch etwas nicht stimmt, mit Schmerzen beim Wasserlassen zum Beispiel. Es ist ja einfach anatomisch so bei uns Frauen, dass im unteren Drittel der Scheide quasi die Harnröhre endet. Und dann hat man das relativ oft, quasi korrespondierend, wenn in der Scheide eine Infektion da ist, dass die Frauen auch Blasenbeschwerden angeben. Da gibt es einen ganz bunten Blumenstrauß an Symptomen, die man haben kann.

 

Wenn eine Frau eine Infektion entwickelt, sollte sie direkt zum Arzt gehen oder zuerst die sogenannte Heimbehandlung versuchen, um das Problem selbst zu lösen?

Tatsächlich ist diese Frage am schwersten zu beantworten, weil das tatsächlich sehr individuell ist. Es gibt Frauen die sagen, ich trau mir das zu und geh erst mal in die Apotheke und ich besorge mir beispielsweise etwas gegen Vaginalpilz. Da gibt es ja Cremes und Zäpfchen, die allseits bekannten Kombinationspackungen.  Es gibt aber auch ganz normale Desinfektionsmittel, die man vaginal nutzen kann. Das kommt auch darauf an, was der Apotheker empfiehlt, je nachdem was die Frau für Beschwerden nennt. Es gibt aber durchaus auch viele Frauen, die sagen, ich habe Beschwerden und ich will da nicht „alleine rumdoktern“.  Und ich möchte das jetzt nicht schlimmer werden lassen oder zeitlich nach hinten rausziehen. Diese möchten gleich die richtige Therapie haben und melden sich dann zuerst bei uns. Ich sage zu meine Frauen: Wenn ihr das Gefühl habt, ich möchte das meiner Gynäkologin zeigen, dann ist das völlig in Ordnung, wenn man sich in der Praxis meldet. Dann machen wir zeitnah einen Termin aus. Oder man sagt, ich will es erst mal selber probieren.

 

Wenn eine Frau das Problem selbst lösen möchte (sich selbst behandeln), welche Methoden oder welche Vorgehensweisen würden Sie empfehlen?

Prinzipiell ist es wichtig, dass man auf allgemeine Hygiene achtet. Wenn man das Gefühl hat, man hat einen vaginalen Infekt, empfehlen wir immer, dass die Frau nicht badet, keine Saunagänge macht und keinen Geschlechtsverkehr hat. Natürlich würde ich mich dann an eine Apotheke meines Vertrauens wenden. Ich würde dem Apotheker dann meine Beschwerden schildern in der Hoffnung, dass er dann ein gutes Präparat für mich raussucht. Das häufigste, was die Frauen machen, sie sagen, Frau Doktor ich habe vom Apotheker so eine Drei-Tageskombination bekommen und hab das jetzt angewendet. Wenn man das macht, ist die Empfehlung, wenn es nach drei Tagen nicht merklich besser ist, sich bei uns zu melden und in die Praxis zu kommen. Es kann natürlich sein, dass es eben nicht der Pilz ist, auch wenn man Juckreiz hatte, sondern dass da doch was Bakterielles dahintersteckt. Dann ist natürlich das Pilzmittel nicht die richtige Therapiewahl.

 

Natürlich gibt es Frauen, die einmalig oder selten Infektionen entwickeln, andere haben sie allerdings mehrmals im Jahr. Wie sieht es bei Ihnen in der Praxis aus?

Tatsächlich sehr durchwachsen. Es gibt Frauen, die häufiger Infektionen haben, sei es durch Grunderkrankungen wie den Diabetes, den man nennen könnte. Dann neigt man einfach mehr zu Infektionen. Es gibt Frauen, die sehr häufig Geschlechtsverkehr haben. Diese haben dann eher Mal rezidivierende Infektionen. Und auch Frauen, zum Beispiel so um die Wechseljahre herum, wenn sich plötzlich hormonell auch vieles ändert und sich dadurch die Vaginalflora ändern kann. Diese sagen dann plötzlich, Frau Doktor, ich komm sonst nur einmal im Jahr, und jetzt bin ich schon das dritte Mal dieses Jahr da, und ich habe immer diese Beschwerden untenrum. Also, das ist wirklich sehr durchwachsen. Es gibt Frauen, die kennen Infektionen gar nicht. Diese kommen einfach, haben so gute Abwehrkräfte, dass sie eigentlich sagen, ich hab noch nie eine Infektion gehabt, noch nicht mal eine Blasenentzündung. Da ist die Bandbreite auch riesig.

 

Insbesondere bei wiederkehrenden Entzündungen ist eine Prävention oft der Schlüssel, dass sich die Situation verbessert. Können Sie beschreiben, welche Vorsorgemaßnahmen (Vorbeugung) Frauen mit häufigen Vaginalinfektionen beachten sollten?

Prinzipiell finde ich immer wichtig, dass man auf Geschlechtsverkehr mit Kondomen hinweist. Das ist als Frauenarzt auch meine Aufgabe, das machen wir natürlich auch unter den Kollegen. Weil natürlich Kondome vor Vaginalinfektionen schützen. Natürlich sollte man auch allgemeine Hygienemaßnahmen beachten, duschen usw. Es gibt immer noch die Empfehlung, dass man als Frau nach dem Geschlechtsverkehr auf die Toilette geht.  Man muss keine Spülungen oder dergleichen durchführen. Diese Empfehlung ist früher mal so gewesen, sodass manche Frau gesagt hat, meine Oma hat mir empfohlen, die Scheide zu spülen. Das sollte man nicht machen, aber einmal auf die Toilette zu gehen, ist ganz gut. Dadurch werden quasi eventuelle Keime aus der Harnröhre und aus dem Anfang der Scheide ausgespült. Was wir auch häufig empfehlen, wenn z. Bsp. Stress durch besondere berufliche oder private Situationen entsteht, ist die prophylaktische Anwendung von Milchsäurezäpfchen. Dies ist auch nach dem Verkehr von Vorteil. Auch im Urlaub, wenn es eigentlich positiver Stress ist, aber das kann trotzdem Stress für den Körper bedeuten. Durch den prophylaktischen Einsatz von Milchsäurezäpfchen kann man eine eventuelle Infektion abpuffern.  Man muss nach dem Ursprung der Infektion schauen. Wenn jemand einen Östrogenmangel hat, z. Bsp. um die Wechseljahre herum und durch den Östrogenmangel Infektionen auftreten, dann hilft sonst nichts, dann muss ich auch Östrogen dazugeben, oder ein auf Sojaprotein angelehntes Produkt geben. In dieser Richtung beraten wir die Frauen.

 

Viele Präparate zur Unterstützung einer gesunden Vaginalmikroflora enthalten Probiotika, insbesondere Laktobazillen. Können Sie unseren Kundinnen beschreiben, welchen Nutzen diese Laktobazillen haben?

Die Lactobazillen sind im Grunde sehr wichtig, sie stützen unsere Scheidenflora. Das ist im Grunde wie: die guten und die bösen Bakterien, wobei Lactobazillen  die Guten sind , die die Milchsäure herstellen und dafür sorgen, dass der pH in der Scheide immer säuerlich ist. Dadurch können sich quasi Pilze und Bakterien nicht vermehren. Dafür sind sie da. Man braucht sie auch in der Scheide, um starke Abwehrkräfte gegenüber Pilzen und Bakterien zu haben, die wir nicht in der Scheide haben wollen, oder die sich zumindest nicht stark vermehren sollen. Damit sich also die unerwünschten Bakterien nicht ausbreiten können, braucht man ausreichend Lactobazillen, die dann in der Scheide Milchsäure herstellen und alles in Balance halten.

 

Und welche Rolle spielt das Alter. Sollte die Behandlung von Infektionen dem Alter angepasst sein? Beispielsweise haben Frauen in den Wechseljahren normalerweise andere Probleme, z. B. vaginale Trockenheit oder Atrophie, zusammen mit einer  Infektion, was die Symptome der Infektion erheblich verschlimmert.

Das spielt schon eine Rolle, weil in den Wechseljahren die Eierstöcke ihre Funktion runterfahren oder einstellen. Dadurch entsteht ein Hormonmangel, der oft zu einer Atrophie führt. Das heißt, dass die Zellen nicht mehr so gut durchfeuchtet oder aufgepolstert sind. Ich erkläre das meinen Patientinnen so, dass es ein bisschen wie ein Schwamm zu betrachten ist, der ganz nass ist, und schön feucht ist. Dann trocknet dieser aus und wird kleiner und fester. So muss man sich das vorstellen. Dadurch, dass die Zellen nicht mehr im Zellverband ganz eng beieinander sind, können in diese Lücken zwischen den einzelnen Zellen sich Bakterien und Pilze festsetzen. Diese können sich vermehren. Manchmal bildet sich ein Biofilm. Das Problem ist oft, dass die Frauen mit Beschwerden kommen, und man erklärt, dass sich Erreger in der Scheide vermehrt haben. Dann macht man eine antibiotische Therapie, und noch eine antibiotische Therapie. Und dann gibt man noch ein orales Antibiotikum und es wird nicht besser. Es ist alles immer noch entzündet und wund. Da muss man relativ oft gut den Absprung schaffen. Die Bakterien zwar an sich bei der ersten Infektion zu bekämpfen, aber auch gleichzeitig die Scheide wieder aufzupolstern und die Abwehrkräfte wieder zu stärken. Das funktioniert oft gut mit Milchsäurepräparaten, die auch Sojaprotein enthalten, das ist ein pflanzliches Phytoöstrogen, welches manche Produkte zusätzlich enthalten. Es gibt Frauen, bei denen es sehr extrem ist, da muss man dann noch spezielle Cremes oder Scheidenzäpfchen, die echtes Östrogen enthalten, anwenden. Am häufigsten arbeitet man aber mit Milchsäurekapseln, die etwas Sojaprotein enthalten, um nicht gleich mit Östrogen arbeiten zu müssen. Das Ziel ist es, die Scheide wieder aufzupolstern und zu durchfeuchten, damit sich die Situation nicht in einer Negativspirale abwärts bewegt.

 

Wie ist Ihre Meinung zu Experimenten mit Hausmitteln, wie das Einführen eines in Joghurt getränkten Tampons und weitere ähnliche Ratschläge der Großmütter usw.?

Es gibt bestimmt Frauen. die das machen, und ich verstehe das auch. Die Medizin war früher noch nicht soweit. Ich glaube nicht, dass meine Oma oder andere Großmütter früher Vaginaltabletten mit Lactobazillen für die Vaginalflora hatten, so etwas gab es früher einfach nicht. Also mussten die Frauen sich früher anders helfen. Das verstehe ich. Die Forschung ist jetzt allerdings weiter. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Milchsäurebakterien und die Kulturen, die im Joghurt drin sind, dieselben sind wie in den Vaginaltherapeutika, die wir heute zur Verfügung haben, Das weiß ich gar nicht, und ich bin deshalb auch kein Fan davon und auch Scheidenspülungen bringen auch nichts.

Wenn eine Frau die Tampons mit dem Joghurt einsetzt und ist happy damit, soll sie es machen. Ich werde sie nicht davon abhalten. Ich werde aber nicht einer Patienten dazu raten, wenn sie sagt: ich hatte eine bakterielle Infektion der Scheide. Wie kann ich hinterher die Scheide pflegen? Da würde ich nicht zum Joghurt raten, sondern würde sagen Milchsäurezäpfchen, gehen Sie mal in die Apotheke und lassen sich beraten.

 

Frauen mit Typ-2-Diabetes sind auch einer höheren Infektionshäufigkeit und einem schwereren Verlauf gynäkologischer Entzündungen ausgesetzt. Welche Art von Infektion belastet Frauen mit dieser Krankheit am häufigsten, und welchen Rat würden Sie ihnen zur Prävention geben?

Frauen mit Typ 2 Diabetes haben nach meiner Erfahrung mehr Pilzinfektionen, dadurch dass diese Frauen ein Zuckerproblem haben, haben sie auch im Darm vermehrt Pilze. Weil bei Frauen Darm und Scheide anatomisch sehr eng beieinander liegen, gibt es eher immer mal wieder Schmierinfektionen. Weil auch das Immunsystem bei Diabetikern herabgesetzt ist, kämpfen diese eher mal mit einem schwereren Verlauf oder rezidivierenden Entzündungen. Präventivmaßnahmen: der Zucker muss gut eingestellt sein und die Ernährung muss stimmen. Wichtig ist auf die Ernährung zu achten. Pilze futtern gerne Zucker. Es gibt z.B. Frauen, die erzählen: ich habe richtig gut gefeiert und gegessen usw. Und dann hatte ich nach dem Verkehr eine Pilzinfektion. Dann kann es schon mal sein, dass man auf Zucker und Süsskram verzichten muss, damit kann man den Pilz quasi aushungern. Und zusätzlich prophylaktisch dauerhaft mit Milchsäurezäpfchen arbeiten, zweimal die Woche, um die Vaginalflora zu stärken. Damit einfach Infektionen erst gar nicht auftreten oder einen schweren Verlauf nehmen.

 

Infektionen können leider auch von schwangeren Frauen nicht vermieden werden. Wie ernst ist die Vaginalinfektion für die zukünftige Mutter und welche Art von Vaginalinfektion ist gefährlich für den Fötus? Wie kann eine schwangere Frau dieses Problem lösen? Schließlich wird die Verwendung vieler Produkte für schwangere Frauen nicht empfohlen.

Zur Schwangerenvorsorge gehört es, dass die Schwangere einmal im Monat die Praxis aufsucht, damit der Arzt/Ärztin schaut, ob mit der Schwangerschaft alles in Ordnung ist. Dazu gehört, dass man einmal vaginal abtastet und den pH Wert der Scheide bestimmt, um einfach zu schauen, ob es da Auffälligkeiten gibt.  Ist der pH-Wert niedrig und liegt im sauren Bereich? Ist er erhöht, könnten sich Bakterien in der Scheide vermehren. Wenn sich Bakterien in der Scheide stark vermehren, entsteht eine schwerwiegende Vaginalinfektion. Diese kann durch den Gebärmutterhals nach oben aufsteigen. Es kann zu einer Infektion in der Schwangerschaft kommen. Diese kann die Eihäute befallen und bis zum ungeborenen Baby gelangen und eine Infektion auslösen. Es kann zum vorzeitigen Blasensprung kommen. Der Körper will die Infektion bekämpfen, indem er dann die Schwangerschaft beendet. Das kann am Ende auch gefährlich für die Mutter werden. Deswegen wird die Frau einmal im Monat abgetastet, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist.  Pilzinfektionen verursachen zwar keinen vorzeitigen Blasensprung, können aber auch aufsteigen und die Probleme können schwerwiegender sein. Diese verursachen aber keine pH-Veränderungen. Das ist immer so ein bisschen knifflig. Wenn die Frau also sagt: ich habe viel Ausfluss, es juckt und der pH-Wert ist aber in Ordnung, muss man trotzdem mit dem Mikroskop nachschauen und einen Pilz ausschließen. Aber wenn der pH-Wert angestiegen ist, und die Frau sagt, es brennt auch noch, oder sie hat Schmerzen in der Scheide oder ein Fremdkörpergefühl, das ist ein Hinweis darauf, dass es eine bakterielle Infektion ist, die behandelt werden muss. Mit den Gynella Silber Caps und hinterher mit Gynella  Flora schaffe ich sehr leicht, das Problem zu beheben, ohne dass man direkt Antibiotika in der Scheide anwendet. In der Schwangerschaft ist das Immunsystem etwas runtergefahren, was dazu führt, dass sich öfter auch Infektionen entwickeln. Eine nicht erkannte Infektion kann bis zum Blasensprung, einer Fehlgeburt oder Frühgeburt führen. Das ist zwar selten, aber möglich.

 

Jetzt möchten wir mit Ihnen noch über Infektion und Partnerschaft sprechen. Das Infektionsrisiko steigt beim Geschlechtsverkehr. Besonders bei wechselnden Sexualpartnern, wodurch neue Erreger in die Vagina gelangen. Wie sollten sich Sexualpartner verhalten, um das Infektionsrisiko zu verringern?

Die übliche Körperhygiene ist von Vorteil und auch der Einsatz von Kondomen. Wenn kein Kondom benutzt wird, sollten die Männer entsprechende Präparate einsetzen, um bei sich „aufzuräumen“, damit kein Pingpong Effekt auftritt.  Das Problem haben wir häufig, dass die Frauen alles dagegen tun, und kommen nach vier Wochen wieder mit einer Infektion.

 

Wir werden alle weiterhin Partnerschaften eingehen. Warum treten bei Frauen und seltener bei Männern Entzündungen auf und inwieweit tritt der sogenannte Pin-Pong-Effekt auf, wenn die Infektion zwischen Partnern übertragen wird?

Einer von beiden hat eine Infektion, die Männer merken es nur nicht. Meistens gehen nur die Frauen zum Frauenarzt mit ihren Beschwerden. Daher müssen auch die Männer mit eingebunden werden in die Therapie.

 

Abschließend möchte ich Sie um Ihre Meinung zu wiederverwendbaren Hygienehilfen wie Menstruationshöschen, Stoffbinden oder Menstruationstassen bitten. Wir hören von vielen Seiten von diesen Möglichkeiten der Monatshygiene, und sie sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Wie wichtig können sie bei der Entwicklung von Vaginalinfektionen im Vergleich zu herkömmlichen Binden oder Tampons sein?

Vor allem die jungen Frauen überdenken die Monatshygiene. Das finde ich gut, insofern man die Hygiene und Pflege auch beachtet. Tampons sind einfach, man muss nicht viel beachten, außer dass man sie rechtzeitig entsorgt. Manche Frauen haben bei Binden den Eindruck, ein Feuchtraumgebiet zu erzeugen, daher sind diese Höschen auch in Kommen. Man muss aber diese Höschen regelmäßig und korrekt reinigen, und alle ein bis zwei Jahre austauschen.

Menstruationstassen sollte man mit einem Schuss Essig im Wasser auskochen, damit sich darauf keine Keime vermehren können.  Wenn man diese Punkte beachtet, klappt das gut und die Frauen sind damit zufrieden.

 

Was für Erfahrungen haben Sie mit GYNELLA Produkten gemacht? Würden Sie sie unseren Kundinnen empfehlen?

Ich habe durchaus gute Erfahrungen mit allen Gynella Präparaten gemacht, und habe wenig Therapieversager. Vor allem macht es keinen Sinn, wenn eine Patientin verschiedene Antibiotika bekommen hat, ihr dann noch ein weiteres Antibiotikum zu verschreiben, Da bin ich mit Silbercaps und Flora von Gynella sehr gut gefahren.

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